Erfolge, ein Weichei und eine brenzliche Situation
28. April 2009
Um mal mit dem Postiviten zu beginnen, meine Arbeit läuft gut und macht mit jedem Tag mehr Spass. Die Kollegen sind nett und die letzten Arbeitstage habe ich sie immer wieder durch sau gute Arbeit überraschen können. So langsam mache ich mir aber auch Gedanken, wo es danach hingehen soll. Eigentlich seltsam, weil man grade erst so langsam ankommt. Aber noch mehr freue ich mich drauf, wieder weiter zu ziehen und mein Arbeitsleben endlich offiziel zu beginnen. Nur das Wo ist noch die große Unbekannte. Aber gestern habe ich erstmal wieder einen tollen Vorschlag bekommen: Köln! Ist zwar jetzt nicht so neu auf meiner Wuschliste, aber es ist wieder ein Grund mehr geworden: Alte Freunde! Falls Ihr das lest, ich vermisse Euch.
Oben habe ich ja bereits meine netten Kollegen erwähnt. Eine Kollegin is sogar so nett, dass sie mich doch heute glatt gefragt hat, ob ich nicht mit ihr ins Kino kommen will. Wohl gemerkt, nachdem sie mir offenbart hat, dass sie seit 2 Wochen kein Sex mehr hatte. (Ja, sie sind alle so nett, dass sie sich auch das alles erzählen!)
Allerdings mit meiner Antwort, und vorallem der Schnelligkeit und Entschlossenheit dieser, hatte sie wohl nicht gerechnet. Muss ich erwähnen, dass ich das tolle Angebot mit den Worten, „Me? No, I don’t have time!“ (un-)dankend abgelehnt habe?
Sie scheint da leider die Einzige in meinem Büro zu sein, die da etwas Grundlegendes noch nicht verstanden hat. Aber leider versteht sie so einiges Grundlegendes nicht…. Frauen halt.
Ansonsten gibts von meinem Weichei-Mitbewohner wieder ein neuen Schwank zu berichten. Er kränkelt seit ein paar Tagen, Freitag um genau zu sein (ja der Absinth-Freitag) ein wenig rum und letzte Nacht wurde es dann „so schlimm“, dass er unbedingt um 2 Uhr morgens ins Krankenhaus wollte. Und das, obwohl seine Mami aus Südamerika frühstens erst morgen da sein könnte. Zitat: „I feel more comfortable with my mom at a doctor!“ Bevor jetzt alle nachgucken, der kleine ist 21! Naja, da er uns was von sehr starken Schmerzen erzählt hat, haben wir alle an Nieren-Schaden oder Innere Blutungen gedacht. Wobei er dafür eigentlich zu fit aussah. Ich dachte mir nur, entweder ist der ‘nen verdamt harter Kerl (eher unwahrscheinlich) oder einfach ein ziemliches Muttersöhnchen.
Naja, mich hatte er nicht überzeugt, aber wofür gibt es denn Mädels, bzw. junge Frauen, die einem anscheind alles glauben? Also bin ich als „der Herzlose“ zu Haus geblieben, und meine 3 Mitbewohner sind mit dem Taxi 30 Kilometer in das nächste Krankenhaus gefahren. Abfahrt war wie gesagt 2 Uhr morgens! Ich bin erstmal ins Bett und kam mir für einen Moment wirklich ein wenig schlecht und gleichgültig vor. Aber heute morgen habe ich den „schwer kranken“ dann im Bett schlafen sehen. Da wurde mir schon klar, soo schlimm kann es nicht gewesen sein.
Doch dann die ganze Wahrheit zu hören hat mich doch laut lachen lassen. Und ein Dauergrinsen konnte ich mir bis zur Mittagspause nicht verkneifen.
Nach einer Stunde Warten in der Notaufnahme, hat sich der Doktor dann dem Latino-Leiden gewidmet und eine ebenso erschreckende wie vernichtene Diagnose getroffen: Blähungen! Um genau zu sein, eben nicht Blähungen, sonder wie es eine Freundin so schön heut formuliert hat, „ein festsitzender Furz“!
Noch unterhaltsamer, als den Gedanken, dass sich die Drei die gesamte Nacht, Taxigeld und Nerven um die Ohren geschlagen haben, fand ich nur noch die Vorstellung, die Lationo-Mami wäre jetzt von der Süd- auf die Nordhalbkugel geflogen, weil ihr verwöhnter Sohn zu blöde zum pupsen ist! Ich lach jetzt noch vor mir hin!!
Die Mädels, zumindest Ri. (die Portugiesin und WG-Mutti) wollte ihn heut auch weiterhin in Schutz nehmen und mir erklären, dass man davon wirklich Schmerzen haben kann. Aber naja, manche lernen es halt nie. Ich hoffe natürlich für mein eigenes Wohl, dass die Luft noch ein wenig in Ihm stecken bleibt, schliesslich teile ich mir mit dem Windsack das Schlafzimmer…
der Sonntag nach dem Freitag
27. April 2009
also ich würde ja gerne viel erzählen über die angekündigte Samstag-Nacht, aber leider weiss ich persönlich nicht mehr viel davon. Eigentlich alles was ich noch weiss, weiss ich aus Erzählungen. Mein Erinnerungsvermögen hat sich in dem Moment verabschiedet, wo wir unser Apartment Richtung Club verlassen haben. Aber die Erinnerungen die ich noch an die Zeit vor dem Aufbruch habe, sind sehr angenehm. Ein paar Vodka-Red Bull, eine Flasche Champagner, noch nen paar Vodka-Cola, ein bischen Latin getanzt (Man kam sich so herrlich deutsch dabei vor!) und so um 1 Uhr gings dann los. Wenn man den Bildern glauben darf war es recht unterhaltsam im Club, anders kann ich mir Bilder, wo ich auf dem Tresen tanze nicht erklären. Ausserdem weiss ich auch nicht, wem die Telefonnummern gehören, die ich Sonntag in meiner Hosentasche gefunden hab. Wahrscheinlich dem großem Engländer, von dem mir alle erzählen, mit dem ich mich wohl recht gut verstanden haben soll….
Also, es sei mir verziehen, dass ich leider nicht mehr erzählen kann, außer dass wir alle Spass hatten, meine portugiesische Mitbewohnerin inzwischen Angst vor mir hat, wenn ich trinke („You are dangerously friendly, when you drink!“) und dass ich so schnell nicht mehr trinken werde…Zum Glück ist ja huete Montag, da ist das nicht zu schwer.
komisch aber doch seltsam
15. April 2009
Heute ist wieder einer dieser verdammten Tage… nein, ich werde jetzt Fettes Brot zitieren. Auch wenn’s eigentlich recht gut passen würde.
Der Tag war von Regen, Langeweile und Unspektakularität geprägt. Wobei der Regen wohl schon das Spektakulärste war, in einer Gegend, wo es eigentlich nicht mehr regnen sollte.
Ansonsten gehen auch Nachrichten wie Tailand, wo es plötzlich wieder still wird, Woolworth hat Pleite gemacht (D. ich denk an dich!!) und die eine „No Angel“, die sich überraschend als „kein Engel“ rausgestellt hat, auch hier nicht ungemerkt an einem vorbei. Zu ersterem, und dies soll eigentlich kein Polit-Blog sein, ist es doch traurig, wie es friedliche gelungene Revolutionen gibt, aber leider auch gewaltsame missglückte Revolutioen. Tailand wird in dieser Beziehung wohl noch ein Land sein, von dem wir noch viel hören werden. Welche Farbe auch immer grad ein Wechsel will.
Und zu dem gescheiterten Engel hat man natürlich auch so seine Gedanken. Ich will ihr weder eine Täter, noch eine Opfer-Rolle geben. Wenn man dann in den Äußerungen des Polizei-Deutsch als Grund für die Festnahme „Wiederholungs-Gefahr“ hört, und dass sie in einer Disko verhaftet wurde, wäre vielleicht ja sogar schon „Gefahr in Verzug“ angebracht gewesen. Ich hoffe, dass dieser Fall wieder einmal alle ein wenig Wachrüttelt, dass ein hübsches Lächeln, oder Berühmtheit (das sollte man eigentlich schon längst wissen), einen nicht vor Krankheiten schützt!
Sexy Menschen können HIV haben!
Reiche Menschen können HIV haben!
Sympatische Menschen können HIV haben!
Kleine, Große, Jung und Alt, Mann und Frau kann HIV positiv sein!
Ich habe immerwieder in letzter Zeit gemerkt, wie auch unter schwulen Männern, bzw leider eher Jungs, der Trend weg vom Gummi ging. „Das Risiko fickt halt mit“ wäre ja schon zu viel der Wahrnehmung der Gefahr. Oft, will man über die Gefahr nichts wissen, und alles was zählt ist der besondere Kick. In den Pornos siehts ja schließlich auch immer so geil aus. Nur dass man in den Pornos niemand zum Arzt gehen sieht, und wenn sicher nicht um DEN Test zu machen.
Ich hoffe sehr, dass es auch diese Jungs irgendwann lernen werden, dass sie nur für den blanken Kick, ihr Leben, wie sie es kennen, riskieren. Und wie wir nun wieder erinnert wurden, nicht nur das Eigene. Hoffentlich, wenn auch sie es begriffen haben, wird es nicht zu spät sein.
So, jetzt hab ich doch mehr darüber geschrieben, als ich eigentlich wollte. Aber wie gesagt, mehr is hier heute nicht passiert. Das heisst doch, bzw. das war eigentlich schon gestern. Ich habe mal wieder gemerkt, dass ich doch zu den Menschen gehöre, die wohl mindestens yo viel Glück wie Verstand haben. Am Wochenende habe ich mein Handy nach einem recht lustigen Abend im Taxi verlohren, und doch tatsächlich vom Taxifahrer gestern wiederbekommen. Es gibt also noch Hoffnung auf dieser Welt. Vielleicht sollte mal darüber mal jemand berichten. Nach jedem Tief kommt ein Hoch, nd morgen scheint bestimmt auch wieder die Sonne. Wo auch immer und für wen auch immer…
Entdeckung einer Neuen Welt
12. April 2009
Ich bin jetzt seit ein paar Stunden hier auf worldpress.com und was sehe ich da? Die Seite gayromeo-ostereier-2009-gayromeo-easter-eggs-2009 ist die Nummer 1 der meist besuchtesten Blogs!
Vor DSDS und dem ganzen anderen Kram! Jungs, GOOD JOB!
http://steffen030.wordpress.com/2009/04/11/gayromeo-ostereier-2009-gayromeo-easter-eggs-2009/
Me, Myself & I
12. April 2009
Vielleicht sollte ich euch alle ersteinmal einen Überblick über die aktuelle Stammbesetzung meines Lebens hier geben. Also in diesem Stück, was ich einfach mal frei „Mein Leben“ nenne, spiele ich natürlich die Hauptrolle. Das sieht geschrieben so narzistisch-egoistisch aus, aber so soll es eigentlich nicht sein. Ich bin glänzende 24 Jahre alt, wohne und arbeite seit gut 6 Wochen in Portugal und komme eigentlich aus….tja, sagen wir mal Deutschland. Zu meinen Problemen, ein Flecken Erde meine Heimat zu nennen werde ich sicher noch zu sprechen kommen.
Ich wohne hier in einem recht schönen Apartment zusammen mit 3 anderen Menschen. Womit ich hiermit die Besetzung in Kurzform vorstellen möchte:
- Ich (Deutscher, 24, „der Schwule“)
- Ro (Uruguayaner, 21, „der Womanizer“)
- Je (Deutsche, 21, „das Kücken“)
- Ri (Portugiesin, 31, „die WG-Mutti“)
Das ist zwar jetzt erstmal nen seeehr grober und verallgemeinender Eindruck von uns Vieren, aber es muss für jetzt reichen.Weitere Nebenrollen werden bei Bedarf vorgestellt.
So genug vorgeplänkel, nun mal Butter bei die Fische und hier ein sehr abgefahrenes Erlebnis, was mir vor einigen Tagen widerfahren ist.
Ich schlafe nichts ahnend in meinem, bzw Ro und meinem Schlafzimmer. Wir müssen uns hier nämlich ein Schlafzimmer teilen. Positiv ausgedrückt: advanced Teambuilding. Realsistisch: eine machmal echt nervige Sache.
So auch in besagter Nacht. Nachdem ich mich gegen 2 Uhr von der Frage-Antwort-Runde über mein privates Leben mit Ro. und seinem besten Freund aus Columbien (die Beiden sind unzertrennlich!!) losssagen konnte, wurde ich leider nur wenige Stunden später schon wieder aus meinem Schlaf gerissen. Ro. hatte nämlich nach einer wohl recht feuchtfröhlichen Nacht im örtlichen Club Nadia kennengelernt. Nadia musste mir natürlich auch vorgestellt werden. Also macht Ro natürlich erstmal das Licht an und guckt mich strahlend an. „Hey, wake up, I want you to meet her! And she has a gay friend!“ Ihren Namen wusste er da leider nicht mehr, erst wieder am nächsten Morgen. Habe ich erwähnt, dass es morgens um 5.30 war und dass ich in 3 Stunden zur Arbeit musste? Dem enstrechend bescheiden, und weniger gentleman-like, war auch meine Begrüßung: „Hi HER! Nice to meet you and now get the f*** out of here, I want to sleep! But say hi to your friend!“ Mein südamerikanischer Neben-schläfer hat mein Wusch nach Schlaf aber leider einfach mal mit einem Lächeln ignoriert, wohl in Vorfreude auf die Dinge, die er wohl bald mit dem Blondi machen dürfte.
Als er dann ihr aber erstmal noch seine Musik, Bon Jovi um genau zu sein, vorspielen wollte, war es meiner Meinung nach an der Zeit noch einmal auf meine Anwesenheit und aktuelle Lage hinzuweisen. „I am serious: shut up, turn the lights of and let me sleep!!!“ Das hatte er dann wohl auch verstanden, und die beiden haben sich erstmal hingelegt. Ich war schon kurz davor die Schmatz- und Küssgeräusche in meinen Schlaf zu integrieren, da hör ich auch schon wieder stärkere Bewegungen von einer Person Richtung Badezimmer…. gefolgt von einem platschenden Geräusch, leider noch nicht AUS dem Badezimmer, sondern DAVOR. Da hatte die liebe Nadia doch glatt ins Schlafzimmer gekotzt, worauf eine kleine Diskussion entbrannte mit dem Thema „What did you gave me to drink?“ ich dachte mir ja nur spontan: „Hmm, da wahrscheinlich das, was sich grade auf unserem Fußboden breitmacht“.Gesagt habe ich nur in meinem besten Englisch: „Ro, why do you bring puking, drunken girls to our apartment?!“ Das ganze allerdings noch mit ein paar wohl ausgewählten F- und S-Wörter ausgeschmückt.
Naja, wie man sich vielleicht denken kann, war jegliche Romantik nun endgültig flöten gegangen, was meinem Schlafbedürfniss sehr entgegen kam. Da mein kleiner Latino leider mehr besorgt um seinen Ruf, als um meinen Schalf ist, wollte er allerdings noch klären, dass ich das bitte nicht Je. erzählen soll. Er hat sich da wohl noch Hoffnung gemacht. Völlig unbegründet, da nicht nur ich von dieser Aktion aufgewacht bin. Auch die beiden Mädels konnten zumindest akustisch dem gesamten Verlauf perfekt folgen. Naja, you won’t bang that girl, bro!
Nadia hatte übrigens die Hosen anbehalten, also es war für alle Beteiligten ein durchaus unbefriedigter Abend, bzw Morgen.
So, das sollte mal so eine erste Story aus meinem Leben hier sein. Ich freu mich auf Eure Kommentare, Vorschläge, und Mitgefühl-Bekundungen.
Hello world!
12. April 2009
Hallo und willkommen!
Eigentlich wollte ich ja ein Buch über meine Erlebnisse schreiben, aber das wäre mir dann doch zu aufwendig und hochtragend gewesen. Also habe ich mich für die modernere und schnellere Version entscheiden, ein Blog.
Hier werdet ihr alles mögliche aus meinem Leben lesen, manches interessanter als anderes, manches solltet ihr besser nicht euren Kindern zeigen, und manches wird euch hoffentlich mit mir mitfühlen lassen.
Um niemandem zu nahe zu treten werde ich einige Namen hier abändern, ich bin nämlich generell ein Freund des Datenschutzes, auch wenn sich das ja mit dem Dasein eines Bloggers nicht immer überschneidet.Aber wir werden sehen, wie es läuft. Also WORLD, viel Spass mit meinem Leben!